Wenn ein Unternehmen Gewinnsteuern zahlen muss, ist dies grundsätzlich erfreulich. Denn das bedeutet, die Chancen stehen gut, dass man zu den ca. 20-30% neu gegründeter Unternehmen gehört, welche langfristig überleben. Und doch ist es nachvollziehbar, dass die Steuerlast möglichst reduziert werden soll, braucht man doch zu Beginn der Geschäftstätigkeit jeden Franken für die Validierung des Geschäftsmodells.

Mit den nachfolgenden Massnahmen lassen sich Gewinne  eliminieren und Reserven aufbauen.

10 Massnahmen zur Steueroptimierung bei Startups und KMU
  1. Warenlager auf den Bilanztermin auffüllen und dadurch die Bildung von Reserven erhöhen (ein Drittel Warenreserven ist in den meisten Kantonen steuerlich erlaubt).
  2. Bildung von Delkredere-Rückstellungen. Im Kanton Luzern sind bspw. pauschal 10% Debitoren Wertberichtigungen erlaubt.
  3. Investitionen, Anschaffungen und Reparaturen noch vor dem Abschlusstermin ausführen lassen.
  4. Passive Rechnungsabgrenzung periodengerecht buchen, z.B. Erfolgsbeteiligungen, Nachforderungen von Sozialversicherungen, Treuhand und Revision.
  5. Rückstellungen für Garantiearbeiten und Gewährleistungsansprüche, welche branchenabhängig zwischen 1-3% zulässig sind (Steuerbücher konsultieren! … oder leanrun fragen).
  6. Einlagen in die Arbeitgeberbeitragsreserven. Der Arbeitgeber kann das fünffache der jährlichen BVG-Arbeitgeberbeiträge einzahlen und um diesen Betrag den Gewinn senken.
  7. Verkauf des privaten Fahrzeugs in die Unternehmung als Geschäftsfahrzeug. In der Folge können sämtliche Kosten der Gesellschaft belastet werden, wobei dem Besitzer des Fahrzeugs ein Privatanteil von 9.6% (mindestens jedoch CHF 1’800) belastet wird.
  8. Überstunden- und Ferienguthaben berechnen und Rückstellungen buchen.
  9. Sofort- oder Einmalabschreibungen bei Investitionen ins Anlagevermögen tätigen (kantonal verschiedene Richtwerte).
  10. Homeoffice-Kosten als Mietaufwand verbuchen. Falls du ein Zimmer deiner Wohnung als Office verwendest, kannst du die darauf entfallenden Kosten abrechnen. Bei Wohneigentum muss dieser Mietanteil speziell berücksichtigt werden (Mieteinnahmen von Dritten) und der Nutzen ist limitiert, aber prüfenswert.

Bonustipp für Startups: IT, Mobiliar und Einrichtungen an die Gesellschaft verkaufen. Viele Jungunternehmer nutzen privat angeschafftes Anlagevermögen für Ihr Startup-Unternehmen. Diese Vermögenswerte dürfen in die GmbH oder AG verkauft und abgeschrieben werden, solange effektiv eine geschäftliche Nutzung vorliegt und ein realistischer Verkehrswert zur Anwendung kommt.

Falls du deine Jahresrechnung im Sinne einer Zweitmeinung von einem Experten beurteilen lassen möchtest, solltest du mit uns Kontakt aufnehmen. Auch ist die isolierte Betrachtung der AG oder GmbH oft unzureichend, da erst die Gesamtbetrachtung von Gewinnsteuer, Lohn, Dividende, Sozialversicherungen und privater Einkommens- und Vermögenssteuer ein aussagekräftiges Gesamtbild bietet und sinnvolle, nachhaltige Massnahmen ermöglicht.

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